chantall: Xenia Fumbarev - 11:02

Xenia Fumbarev – 11:02


Eröffnung: 7. Dezember 2017, 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 8. Dezember 2017 – 12. Januar 2018

Ein Moment definiert sich über das Hier und Jetzt. Gäbe es keinen Plural davon – keine Momente – „würde die Zeit stehen bleiben, alle existierenden Momente würden sich innerhalb eines Moments auf einen Moment vereinigen.“

Ein Moment wird von einem anderen abgelöst. Diese Eigentümlichkeit seines Wesens bezeichnen wir als Flüchtigkeit: die Geschwindigkeit der Veränderung beziehungsweise des Verschwindens. Steht ein Objekt dem Licht, das auf ein anderes Objekt fallen würde im Weg, entsteht auf letzterem in Abwesenheit der Lichtstrahlen ein Projektionsbild des Gegenstands, der dem Licht näher ist.
Die Abbildung, die die Abwesenheit von Licht markiert, bezeichnen wir als Schatten. Der Schatten ist so flüchtig, wie das, was ihn wirft, oder so flüchtig wie die Lichtquelle: ein Baum lässt sich nicht in seinen organischen Prozessen stoppen und die Erde nicht auf ihrem Weg um die Sonne. Deshalb ist dem Schatten, den sie wirft, die Flüchtigkeit inhärent. Könnte man ihm seine Grundeigenschaft nehmen, würde man die Dinge am Verschwinden hindern.
(Mira Sacher)

Xenia Fumbarev studiert bei Florian Pumhösl an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie ist in Kiew geboren und lebt und arbeitet in München.


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